Qualität

Qualität ist zu einem wichtigen Wettbewerbsinstrument im Tourismus geworden. Die Gäste erwarten qualitativ hochstehende Leistungen und entscheiden sich für Angebote mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Dies gilt auch für Qualitätsaspekte wie intakte Natur und Landschaft, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Eine hohe touristische Qualität zu bieten ist aufgrund der vielen verschiedenen Komponenten eines touristischen Leistungsbündels anspruchsvoll.

 

Im Qualitätsmanagement besteht eine Reihe von weltweit gültigen Standards, die über den Tourismus hinaus Anwendung finden (ISO 9000 ff) oder das EFQM-Modell (European Foundation for Quality Management).

 

Über die klassischen Qualitätsmanagementsysteme hinaus bestehen eine Vielzahl von weiteren Bewertungssystemen und Standards wie z.B. das Programm „Qualité Tourisme“ für Tourismusbetriebe in Frankreich, die Qualitätskriterien „Urlaub am Bauernhof“ und die Tourismus-Qualitätsinitiative Kärnten in Österreich, das dreistufige Qualitätsprogramm des Schweizerischen Tourismusverbands, die Programme „Valais Excellence“ und „Enjoy Switzerland“ in der Schweiz, das Programm „ServiceQualität Deutschland“ oder die Qualitätsoffensive Naturparke vom Verband Deutscher Naturparke e.V. Auf europäischer Ebene arbeitet die Europäische Kommission derzeit an einer Qualitäts-Charta für den Tourismusbereich. 

 

Mehrere Standards fokussieren auf Umwelt und Nachhaltigkeit im internationalen Tourismus. Diese unterstützen Anbieter über gesetzliche Vorgaben hinaus bei Massnahmen im Bereich des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit. Solche Standards orientieren sich in der Regel an der Umweltleistung und der sozialen Verantwortung von Unternehmen sowie an der ökologischen Qualität der Produkte und Dienstleistungen. Zur Kommunikation der Umwelt- und Nachhaltigkeitsleistungen werden Labels vergeben und für die Vermarktung Dachmarken geschaffen. Träger solcher Labels und Partner von Dachmarken können unterschiedlichste Leistungsträger sein, wie Reiseveranstalter, Beherbergungsbetriebe, Restaurants, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Sehenswürdigkeiten, Transportunternehmen, Outdoor-Anbieter, aber auch ganze Regionen, Tourismusverbände und Ministerien.

 

Beispiele:

 

 

Obwohl eine grosse Zahl von Standards und Labels für den nachhaltigen Tourismus existieren, kommen viele davon in der Schweiz verhältnismässig wenig zur Anwendung. Offenbar sind solche Standards und Labels in der heutigen Praxis des Tourismus nur schwierig umzusetzen.

 

Diese Tatsache und die fehlende Übersichtlichkeit bei den bestehenden Labels und Standards lassen den Schluss zu, dass die Etablierung eines neuen Labels oder einer Dachmarke für den naturnahen Tourismus kaum realisierbar ist.

 

 

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