Raumplanung und Naturschutz

Naturnahe touristische Aktivitäten bedürfen intakter Naturräume. Damit die Gäste die Natur erleben können, soll die Landschaft frei sein von störenden Infrastrukturen wie Skigebiete, Hotelresorts, Schnellstrassen und grossen Parkplätzen. Um zu vermeiden, dass der Tourismus seine Grundlagen selber beeinträchtigt oder zerstört, muss der Staat den privaten Akteuren geeignete Rahmenbedingungen setzen.

 

Ein wichtiges Instrumentarium bildet dabei die Raumplanung. Zu den Aufgaben der Raumplanung gehören der Einbezug der Bevölkerung durch Beteiligung, Mitwirkung und Mitbestimmung in allen wichtigen Fragen der Raumentwicklung, auch ĂĽber den Tourismus hinaus. Eine funktionierende Raumplanung bildet eine zentrale Voraussetzung fĂĽr den naturnahen Tourismus. Die Raumplanung wird getragen von den Staaten und Regionen unter Beteiligung der Gemeinden sowie weiterer öffentlicher und privater Akteure. Als Planungsinstrument hat sie dabei im Interesse des Gemeinwohls die unterschiedlichen öffentlichen und privaten Interessen zu berĂĽcksichtigen. Die räumlichen Einheiten der Raumordnung sind oft nicht identisch mit den touristischen Destinationen, welche sich zumeist an den Erfordernissen der Vermarktung orientieren. Dennoch bestehen zwischen der Raumplanung und dem Tourismus mannigfache Ăśberschneidungen. Sichert die Raumplanung die natĂĽrlichen Grundlagen des naturnahen Tourismus, nimmt dieser als Interessensgruppe Einfluss auf die Ausrichtung der Raumplanung. Die Raumplanung bildet somit eine wichtige Schnittstelle zwischen Natur und Landschaft, naturnahem Tourismus und weiteren Bereichen.

 

 

Im Regionalen Naturpark Chartreuse in Frankreich © ILF-HSR

Pärke und Grossschutzgebiete haben vielfältige Funktionen und Aufgaben. In erster Linie werden sie geschaffen, um Tier- und Pflanzenarten, Lebensräume und Landschaften in ihren unterschiedlichen Charakteren und Ausprägungen zu erhalten. Deren Management verfügt über die notwendigen Mittel und das notwendige Wissen, um den Naturwerten die geeignete Pflege zukommen zu lassen und die Besucher zu lenken und zu sensibilisieren. Pärke und Grossschutzgebiete haben aber auch positive Wirkungen für den naturnahen Tourismus, indem sie dazu beitragen, für den Menschen attraktive Erholungsräume zu schaffen. Voraussetzung ist allerdings, dass die ausgeübten Freizeitaktivitäten nicht im Widerspruch zu den Schutzzielen stehen. Dank dem Tourismus können Grossschutzgebiete nicht zuletzt auch einen erheblichen Beitrag an die regionale Wertschöpfung leisten.

 

 

Checkliste Naturnaher Tourismus (Projekt "NaTourCert" – Alpenweite Qualitätsstandards des naturnahen Tourismus)